2009 ist das „Superwahljahr„. Die Europawahl liegt bereits hinter uns und es folgen noch Kommunalwahlen, Landtagswahlen, Bundestagswahlen…
Und zwischendurch bekomme ich eine Frage häufiger gestellt: Kommt es auf meine Stimme wirklich an?
Meine Antwort darauf ist stets, dass die Grundidee unserer Demokratie ist, dass niemand die eigenen Interessen besser vertreten kann als man selbst. Es bedeutet aber auch, dass man sich den Ansichten anderer schon mal beugen muss. Es geht um eine Balance, die wir nur erreichen, wenn wir Kompromisse eingehen. Der legendäre Mahatma Gandhi hat dazu gesagt: „Unter Demokratie verstehe ich, dass sie dem Schwächsten die gleichen Rechte einräumt wie dem Stärksten“.
Wenn zu wenig Bürgerinnen und Bürger wählen gehen, hat eine Regierung ein Problem. Warum sollten sich Menschen von ihr vertreten fühlen, wenn sie nicht wenigstens versucht haben, das Wahlergebnis zu beeinflussen? Viele Menschen haben die Zeit sich die Gebrauchsanweisung ihres neuen Computers durchzulesen, aber nicht darüber nachzudenken, welche Partei sie wählen wollen, und ins Wahllokal zu gehen.
Es gibt viele Gründe sich für die Liberalen zu entscheiden, aber ich würde mir wünschen, dass sich noch mehr Wahlberechtigte die Positionen der einzelnen Parteien ansehen. Ich möchte die Wähler nicht überreden, sondern überzeugen.
Wenn es die Partei „Nichtwähler“ geben würde, wäre sie inzwischen – leider – die größte Partei. Wir müssen uns am Ende immer darüber im klaren sein: Wenn man zu Hause bleibt, beeinflusst man das Ergebnis trotzdem. Oft sind es nur ein paar Stimmen die ein Wahlergebnis in die eine oder andere Richtung beeinflussen können. Nehmen wir die Bundestagswahl 2002: Edmund Stoiber war am Wahlabend noch davon überzeugt, Kanzler zu werden. Am nächsten Morgen war er knapp gescheitert. Ihm fehlten ein paar Tausend Stimmen – bei insgesamt damals 48 Millionen abgegeben Stimmen nicht wirklich viel. Die US-Präsidentenwahl 2004 verlief ähnlich knapp…